Der Ablauf eines Home-Staging-Auftrags von der Anfrage bis zur Übergabe
Ein Home-Staging-Auftrag folgt fast immer derselben Kette: Anfrage, Ortstermin mit Bestandsaufnahme, Konzept, Angebot, Terminabstimmung, Umsetzung, Fotografie, Vermarktungsphase und schließlich Rückbau. Die Umsetzung in der Immobilie selbst ist meist der kürzeste Teil und oft an einem oder wenigen Tagen erledigt. Die Vorbereitung davor und die Vermarktungsphase danach nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Wer den Ablauf kennt, kann realistisch planen.
Anfrage und Ortstermin
Am Anfang steht eine kurze Beschreibung: Um welche Immobilie geht es, ist sie leer oder bewohnt, wann soll vermarktet werden, gibt es bereits einen Makler. Aus diesen Angaben ergibt sich, ob ein Auftrag überhaupt sinnvoll ist. Ein seriöser Anbieter fragt an dieser Stelle mehr, als er erzählt.
Der Ortstermin ist der eigentliche Startpunkt. Dort wird die Immobilie durchgegangen, jeder Raum angesehen, Lichtsituation und Blickachsen erfasst, der Zustand notiert. Fotos vom Ist-Zustand entstehen, meist nur zur internen Planung. Wichtig ist, dass Sie in diesem Termin offen über den Zustand sprechen, auch über das, was nicht gut ist. Wer Feuchtigkeitsspuren, Risse oder Geruchsprobleme kennt, sollte sie hier benennen, denn sie gehören später ohnehin ins Verkaufsgespräch.
Konzept und Angebot
Nach dem Ortstermin entsteht ein Konzept: Welche Räume werden bespielt, welche Funktion bekommt jeder Raum, was wird geräumt, was bleibt, welche Möbel und Accessoires kommen dazu. Bei größeren Aufträgen wird das visualisiert, bei kleineren reicht oft eine strukturierte Beschreibung.
Das Angebot sollte daraus ableitbar sein. Es benennt die Leistungen einzeln: Konzept, Räumung, Möbelmiete, Anlieferung, Aufbau, Dekoration, Abbau, Rückführung, Anfahrt. Ebenso wichtig ist, was nicht enthalten ist. Handwerkerleistungen, Entsorgung großer Mengen oder Fotografie sind häufig separate Positionen und keine Selbstverständlichkeit.
Prüfen Sie an dieser Stelle auch die Zeitachse. Ein Konzept ist schnell beschrieben, aber die Möbel müssen verfügbar sein, und bei größeren Objekten ist das eine Frage der Lagerbestände. Wenn Ihnen ein sehr kurzer Termin zugesagt wird, fragen Sie nach, woher die Einrichtung kommt. Seriöse Anbieter nennen einen Zeitrahmen mit Vorbehalt statt eines Wunschtermins ohne Grundlage.
Vorbereitung durch die Eigentümer
Zwischen Auftrag und Umsetzung liegt der Teil, den Sie selbst leisten. In aller Regel müssen persönliche Gegenstände, Papiere, Kleidung und alles, was mitgenommen wird, vorher raus. Ein Stager richtet ein, er entsorgt nicht Ihren Hausstand und entscheidet nicht, was Erinnerungswert hat.
- Persönliche Unterlagen und Wertsachen sichern
- Vereinbarte Räume freiräumen
- Zugang, Schlüssel und Parkmöglichkeit klären
- Strom und Wasser müssen verfügbar sein
- Grundreinigung vor dem Aufbau organisieren
Dieser Punkt wird regelmäßig unterschätzt und ist die häufigste Ursache für Verzögerungen. Wenn am Aufbautag noch geräumt wird, verschiebt sich alles Weitere, und die Möbel stehen bereits im Lieferwagen.
Umsetzung und Fotografie
Der Aufbautag läuft in fester Reihenfolge: Anlieferung, Aufbau der großen Möbel, dann Textilien, Leuchten, Bilder, zuletzt die kleinen Dinge. Erfahrene Teams arbeiten von hinten nach vorne durch die Wohnung, damit fertige Räume nicht mehr betreten werden müssen.
Die Fotografie schließt sich idealerweise direkt an, oft am selben oder am folgenden Tag. Der Grund ist einfach: Der Zustand ist genau jetzt so, wie er geplant war. Jeder Tag danach bringt Verschiebungen. Ob Fotografie im Auftrag enthalten ist oder über den Makler läuft, sollten Sie vorher geklärt haben.
Vermarktungsphase und Rückbau
Danach beginnt die eigentliche Vermarktung, und das Staging steht. Bei gemieteten Möbeln läuft in dieser Zeit ein Mietzeitraum, der verlängert werden kann, wenn sich der Verkauf zieht. Klären Sie vorher, wie eine Verlängerung geregelt ist und wer sie auslöst, denn hier entstehen sonst unerwartete Positionen.
Der Rückbau folgt nach Abschluss oder nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Auch das ist ein Termin mit Aufwand, den Sie einplanen müssen, und er sollte im Angebot bereits enthalten sein. Der Zustand der Immobilie bei Übergabe an die Käuferseite ist Ihre Verantwortung, nicht die des Stagers.
Ein Punkt, der oft erst spät auffällt: Die Mietmöbel gehören nicht zur Immobilie. Wenn Interessenten davon ausgehen, dass die Einrichtung bleibt, entsteht eine Erwartung, die niemand einlösen kann. Deshalb gehört in die Vermarktungsunterlagen der Hinweis, dass die gezeigte Möblierung zur Präsentation dient und nicht mitverkauft wird. Das ist kein Kleingedrucktes, sondern verhindert Streit am Übergabetag.
Fazit
Der Ablauf ist geradlinig, und die Reibungspunkte liegen meist an denselben Stellen: unklare Vorbereitung, ungeklärte Fotografie und ungeregelte Verlängerung der Möbelmiete. Wer diese drei Punkte vorher klärt, hat den größten Teil der Überraschungen ausgeschlossen. Und wer den Zustand seiner Immobilie im Ortstermin offen benennt, spart sich Diskussionen, die später unangenehmer wären.