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Das Bad in Szene setzen: Sauberkeit schlägt jede Dekoration

Im Bad zählt vor allem eines: der Eindruck von Sauberkeit. Kein Accessoire, keine Farbe und kein Handtuchstapel gleicht Kalk, Schimmel in der Fuge oder eine vergraute Silikonnaht aus. Die Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: gründlich reinigen, dann alles Persönliche entfernen, dann sehr sparsam ergänzen. Ein älteres Bad, das makellos gepflegt ist, hinterlässt einen besseren Eindruck als ein neueres, in dem Zahnbürsten, Waschmittel und Wäsche herumstehen.

Warum das Bad so stark bewertet wird

Bäder werden bei Besichtigungen mit anderen Augen betrachtet als Wohnräume. Hier geht es um Körperpflege, und deshalb reagieren Menschen auf Spuren fremder Nutzung empfindlich. Ein Haar im Waschbecken oder ein Kalkrand in der Dusche wirkt stärker als eine veraltete Fliese, weil das eine als Hygieneproblem gelesen wird und das andere nur als Geschmacksfrage.

Dazu kommt, wie beim Küchenthema, die Kostenfrage. Ein Bad zu erneuern ist aufwendig, und Interessenten kalkulieren im Kopf mit. Ihre Aufgabe ist nicht, ein neues Bad vorzuspiegeln, sondern den vorhandenen Zustand beurteilbar zu machen.

Was verschwindet

Praktisch alles Persönliche. Das Bad ist der Raum, in dem am meisten weggeräumt wird, weil dort am meisten steht, das eindeutig zu den Bewohnern gehört.

  • Zahnbürsten, Rasierer, Kosmetik, Medikamente
  • Benutzte Handtücher und Bademäntel
  • Waschmittel, Wäschekorb, Putzmittel
  • Fußmatte, wenn sie abgenutzt ist
  • Alles auf dem Wannenrand und dem Beckenrand
  • Papierkorb und Toilettenbürste aus dem Blickfeld

Die Ablagen bleiben leer oder fast leer. Wenn es Stauraum gibt, wird er genutzt, und dann gilt auch dort: nicht bis oben füllen, denn Schränke werden geöffnet.

Ein Punkt, den viele vergessen: der Toilettendeckel. Er gehört bei jeder Besichtigung und auf jedem Foto geschlossen. Das ist eine Kleinigkeit, die auffällt, wenn sie fehlt.

Die Reinigung, die wirklich zählt

Normales Putzen reicht im Bad nicht. Gefragt ist der Zustand, den man sonst einmal im Jahr herstellt. Kalk an Armaturen und Duschwand, Fugen zwischen den Fliesen, der Übergang zwischen Wanne und Wand, der Abfluss, die Rückseite der Toilette: Genau dort schaut man hin.

Silikonfugen sind ein Sonderfall. Wenn sie vergraut oder rissig sind, hilft Putzen nicht mehr, dann ist eine Erneuerung sinnvoll. Das ist eine überschaubare Arbeit mit deutlicher Wirkung. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Eine alte Fuge zu erneuern, ist Instandhaltung. Schimmel zu überstreichen oder frisches Silikon über eine schadhafte Stelle zu ziehen, damit sie nicht auffällt, ist etwas anderes.

Schimmel ist ein Mangel, kein Schönheitsfehler

Hier liegt der Punkt, an dem im Bad regelmäßig falsch gehandelt wird. Schimmel in der Ecke, an der Decke oder hinter der Wanne ist ein Hinweis auf ein Feuchtigkeitsproblem. Er wird nicht mit Farbe überstrichen, nicht mit einem Schrank verstellt und nicht kurz vor dem Termin abgewischt, damit er auf den Fotos fehlt.

Bekannte Mängel gehören offengelegt, unabhängig davon, wie das Bad hergerichtet ist. Wenn Sie ein Feuchtigkeitsproblem kennen, ändert seine Beseitigung an der Oberfläche nichts an der Ursache und nichts an Ihrer Pflicht, es zu benennen. Der richtige Weg führt über eine fachliche Beurteilung der Ursache. Was Sie im Verkaufsprozess angeben müssen, klären Sie am besten mit rechtlicher Beratung.

Dasselbe gilt für Gerüche aus dem Abfluss oder für einen Lüfter, der nicht funktioniert. Beides sind Informationen über die Immobilie und keine Themen für Duftspender.

Was ergänzt wird

Nach dem Räumen kommt sehr wenig zurück. Frische Handtücher in einem ruhigen Ton, eine Seife, vielleicht eine Pflanze, die feuchte Luft verträgt. Mehr braucht es nicht, und mehr wirkt schnell wie eine Kulisse.

Zwei Dinge lohnen sich fast immer: neue, einheitliche Handtücher und ein sauberer, schlichter Duschvorhang, falls einer nötig ist. Beides ist günstig und verändert den Eindruck des Raumes deutlich, weil es die größten Textilflächen sind.

Bei fensterlosen Bädern ist Licht das wichtigste Thema. Eine einzelne Deckenleuchte lässt den Raum wie eine Kammer wirken. Zusätzliches Licht am Spiegel macht aus demselben Bad einen anderen Raum, ohne dass etwas verändert wurde.

Der Spiegel selbst verdient einen Blick. Er ist im Bad die größte zusammenhängende Fläche neben den Fliesen, und Schlieren darauf fallen sofort auf. Ein streifenfrei geputzter Spiegel wirkt mehr als jedes Accessoire, weil er Licht zurückgibt und den Raum weiter erscheinen lässt.

Das Gäste-WC nicht vergessen

Kleine Nebenräume werden bei der Vorbereitung regelmäßig übersehen, obwohl sie bei jeder Besichtigung geöffnet werden. Ein Gäste-WC, das als Abstellkammer dient, fällt aus der Reihe, wenn der Rest der Wohnung geordnet ist, und dieser Bruch bleibt hängen.

Der Aufwand ist gering: räumen, putzen, ein frisches Handtuch, gutes Licht. Weil der Raum klein ist, ist er in kurzer Zeit fertig, und er zählt für den Gesamteindruck genauso wie das Hauptbad.

Fazit

Das Bad gewinnt durch Putzen und Wegräumen, nicht durch Dekoration. Kalk, Fugen und Silikon sind die Stellen, an denen genau hingesehen wird, und frische Handtücher tun den Rest. Wo die Arbeit endet: Schimmel und Feuchtigkeit sind Mängel. Sie werden fachlich beurteilt und offengelegt, nicht weggeputzt, überstrichen oder zugestellt.

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