Die Erstberatung beim Home Staging: Was in diesem Termin passiert
Die Erstberatung ist der Termin, in dem entschieden wird, ob und in welchem Umfang Staging für Ihre Immobilie sinnvoll ist. Die Immobilie wird Raum für Raum durchgegangen, die Zielgruppe wird geklärt, der Zustand aufgenommen, die Vermarktungsstrategie besprochen. Am Ende sollte eine nachvollziehbare Empfehlung stehen. Ein Ergebnis kann auch lauten, dass sich der Aufwand bei Ihrem Objekt nicht lohnt oder dass zuerst etwas anderes zu tun ist.
Was besprochen und angesehen wird
Gute Beratung beginnt mit Zuhören. Warum verkaufen oder vermieten Sie? Wie eilig ist es? Gibt es einen Preisrahmen, gibt es bereits einen Makler, gibt es Fotos? Aus diesen Antworten ergibt sich der Rahmen. Ein Objekt, das in wenigen Wochen an den Markt soll, wird anders behandelt als eines, bei dem noch Zeit ist.
Dann folgt der Rundgang. Angesehen werden nicht nur die Räume, sondern auch die Reihenfolge, in der man sie betritt, die Lichtverhältnisse zu verschiedenen Tageszeiten, die Blickachsen von der Tür aus, der Eingangsbereich und der Außenbereich. Fenster werden geöffnet, Rollläden bewegt, Schalter gedrückt. Das ist keine Förmlichkeit, sondern die Grundlage jeder späteren Entscheidung.
Der Zustand gehört auf den Tisch
Sprechen Sie in diesem Termin offen über alles, was Sie am Objekt wissen. Auch über Feuchtigkeit im Keller, über den Riss, der seit Jahren da ist, über den Geruch im Schlafzimmer, über die Heizung, die nicht mehr die jüngste ist. Das ist kein Eingeständnis, sondern notwendige Information.
Ein seriöser Anbieter wird Ihnen an dieser Stelle sagen, dass Staging solche Punkte nicht löst und auch nicht lösen soll. Bekannte Mängel gehören offengelegt, unabhängig von der Präsentation. Wer Ihnen im Beratungstermin anbietet, den Fleck geschickt zu verstellen oder den Geruch mit Duft zu überdecken, hat den Beruf missverstanden. Bei Fragen zur Offenlegung ist eine rechtliche Beratung der richtige Weg, nicht die Meinung des Stagers.
Zielgruppe und Nutzungskonzept
Der interessanteste Teil der Beratung ist meist die Frage, für wen die Immobilie eigentlich gedacht ist. Ein Reihenhaus am Ortsrand spricht andere Menschen an als eine Altbauwohnung mit Stuck. Daraus folgt, wie Räume belegt werden. Ein kleines Zimmer kann ein Kinderzimmer sein oder ein Arbeitszimmer, und die Entscheidung ist keine Geschmacksfrage, sondern folgt der Zielgruppe.
Hier zeigt sich Qualität. Wer die Zielgruppe nicht benennen kann, möbliert nach eigenem Geschmack. Wer sie benennen kann, trifft Entscheidungen, die sich begründen lassen. Fragen Sie ruhig nach, warum ein Raum so und nicht anders gedacht ist. Die Antwort sagt Ihnen viel über die Person, die vor Ihnen steht.
- Rundgang durch alle Räume, auch Keller und Nebenräume
- Licht, Blickachsen, Wegeführung
- Offenes Gespräch über den Zustand
- Zielgruppe und Nutzung je Raum
- Einschätzung von Umfang und Aufwand
- Klare Aussage, was nicht sinnvoll ist
Was Sie aus dem Termin mitnehmen sollten
Nach der Erstberatung sollten Sie wissen, welche Räume bespielt würden, was Sie selbst vorbereiten müssen, welche Größenordnung der Aufwand hat und in welcher Reihenfolge etwas passiert. Sie sollten außerdem wissen, was der Anbieter nicht macht: Handwerk, Entsorgung, Reinigung und Fotografie sind häufig nicht dabei.
Ob die Erstberatung selbst etwas kostet, ist unterschiedlich geregelt und sollte vorher geklärt sein. Manche Anbieter rechnen sie bei Auftragserteilung an. Das ist kein Qualitätsmerkmal in die eine oder andere Richtung, aber es sollte transparent sein, bevor jemand vor Ihrer Tür steht.
Ein gutes Zeichen: Zurückhaltung
Achten Sie darauf, ob Ihnen jemand auch abrät. Nicht jede Immobilie braucht ein volles Staging. Manchmal reicht Entrümpeln und Reinigen. Manchmal ist der Grundriss so klar, dass Möbel wenig ergänzen. Wer unabhängig vom Objekt immer dasselbe Paket vorschlägt, verkauft ein Produkt und berät nicht.
Genauso aufschlussreich: Wird Ihnen ein Ergebnis versprochen? Aussagen über einen sicher schnelleren Verkauf oder einen höheren Preis sind nicht belegbar. Wer vorsichtig formuliert, ist meist der ehrlichere Partner.
Achten Sie zuletzt darauf, ob die Reihenfolge stimmt. Wenn in Ihrer Immobilie noch eine Reparatur ansteht oder eine Grundreinigung fehlt, hat das Vorrang vor jeder Dekoration. Ein Anbieter, der Möbel einplant, bevor die Grundlagen stehen, arbeitet an der falschen Stelle. Die Empfehlung, zuerst etwas anderes zu erledigen und später noch einmal zu sprechen, ist ein Zeichen von Erfahrung.
Fazit
Die Erstberatung ist der Termin, an dem sich Qualität zeigt, lange vor dem ersten Möbelstück. Achten Sie darauf, ob zugehört wird, ob der Zustand offen besprochen werden darf, ob die Zielgruppe eine Rolle spielt und ob Ihnen jemand auch sagt, was Sie nicht brauchen. Eine ehrliche Empfehlung ist mehr wert als ein großes Konzept.