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Farben im Home Staging: Wandfarbe, Kontraste und die Wirkung von Ruhe

Bei Farben gilt im Staging eine unspektakuläre Regel: Die Fläche bleibt ruhig, die Akzente kommen über bewegliche Dinge. Helle, zurückhaltende Wandfarben reflektieren Licht, lassen Räume größer wirken und funktionieren für nahezu jede Zielgruppe. Kräftige Farben sind nicht schlechter, aber sie sind eine Aussage, und jede Aussage schließt Menschen aus. Wer Farbe will, bringt sie über Kissen, Decken, Bilder und Pflanzen ein, denn die lassen sich austauschen.

Warum helle Flächen wirken

Helle Wände geben Licht in den Raum zurück, dunkle schlucken es. Das ist der ganze physikalische Kern. Ein Raum mit hellen Wänden braucht weniger künstliche Beleuchtung, um freundlich zu wirken, und die Wände treten optisch zurück, wodurch der Raum größer erscheint.

Dazu kommt die Wirkung auf Fotos. Dunkle Wände zwingen die Kamera zu längeren Belichtungszeiten und erzeugen Kontraste, die auf dem Bildschirm oft härter aussehen als in Wirklichkeit. Ein Raum, der real angenehm dunkel wirkt, kann auf dem Foto düster erscheinen. Weil die meisten Interessenten zuerst das Foto sehen, ist das ein Argument für Zurückhaltung.

Ruhe heißt nicht farblos

Ein Missverständnis: Zurückhaltung bedeutet nicht, dass alles weiß sein muss. Reines Weiß auf allen Flächen wirkt oft klinisch und lässt Räume leblos erscheinen. Gebrochene helle Töne haben mehr Tiefe und wirken wärmer, ohne eine Richtung vorzugeben.

Sinnvoll ist außerdem, nicht jede Fläche gleich zu behandeln. Decke, Wand und Sockel dürfen sich unterscheiden. In Räumen mit Stuck oder Profilen sind diese Elemente ein Gestaltungsmittel, das ohne zusätzliche Farbe auskommt.

Wo Farbe hingehört

Farbe soll sein, aber beweglich. Über Textilien und Accessoires lässt sich ein Raum wärmen, ohne die Zielgruppe zu verkleinern, und alles davon lässt sich in Minuten ändern, wenn es nicht funktioniert.

  • Kissen und Decken auf Sofa und Bett
  • Teppiche als ruhige Grundfläche mit Farbanteil
  • Vorhänge in einem Ton, der zur Wand passt
  • Bilder ohne persönlichen Bezug
  • Grünpflanzen als natürlicher Akzent
  • Handtücher und Textilien im Bad

Der Vorteil liegt in der Umkehrbarkeit. Eine falsch gewählte Wandfarbe kostet einen Anstrich, ein falsch gewähltes Kissen kostet einen Griff.

Wenn schon kräftig gestrichen ist

Viele Wohnungen haben Wände in ausgeprägten Farben. Die Frage, ob überstrichen wird, lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt vom Objekt, von der Zielgruppe und vom Aufwand ab. Ein einzelner farbiger Raum in einer sonst hellen Wohnung ist selten ein Problem. Eine Wohnung, in der jeder Raum eine andere kräftige Farbe hat, wirkt unruhig.

Bedenken Sie dabei den Aufwand ehrlich. Dunkle Töne zu überstreichen braucht mehrere Durchgänge, und ein schlecht gestrichener Raum ist schlechter als ein farbiger. Wenn gestrichen wird, dann ordentlich, sonst lieber gar nicht.

Die Grenze: Farbe deckt keinen Mangel

Ein Anstrich frischt auf, und das ist völlig in Ordnung. Er wird aber zum Problem, sobald er etwas verschwinden lässt, das eine Information ist. Ein Riss, der zugespachtelt und überstrichen wird, ohne dass seine Ursache geklärt ist, ist nicht behoben, sondern unsichtbar gemacht. Ein Feuchtigkeitsfleck, der überstrichen wird, kommt wieder, und in der Zwischenzeit weiß niemand von ihm.

Farbe darf auffrischen, sie darf nicht verbergen. Bekannte Mängel gehören offengelegt, gleichgültig wie die Wand aussieht. Wenn ein Schaden vorhanden ist, gehört er fachlich beurteilt und benannt, nicht überstrichen. Bei der Frage, was Sie in Ihrem Fall angeben müssen, ist rechtliche Beratung der sichere Weg.

Böden und Fliesen mitdenken

Die größte Farbfläche ist oft der Boden, und er lässt sich selten kurzfristig ändern. Deshalb richtet sich die Wandfarbe meist nach ihm. Ein warmer Holzton verträgt andere Wandtöne als ein grauer Belag. Wer die Wand isoliert betrachtet, bekommt Kombinationen, die im Foto auseinanderfallen.

Bei Fliesen in Bad und Küche gilt Ähnliches. Farbige Fliesen aus einer anderen Zeit sind ein Fakt, mit dem gearbeitet wird. Man kann sie mit ruhigen Textilien einbinden, statt sie mit weiteren Farben zu bekämpfen.

Von kurzfristigen Behelfslösungen auf Böden und Fliesen ist eher abzuraten. Farbe, die für solche Untergründe gedacht ist, hält nur bei sorgfältiger Vorbereitung, und ein Ergebnis, das nach kurzer Zeit abplatzt, schadet mehr als der ursprüngliche Zustand. Wenn ein Belag erneuert gehört, ist das eine Renovierungsentscheidung und keine Staging-Maßnahme.

Wie viele Töne eine Wohnung verträgt

Eine ruhige Wohnung kommt mit wenigen Tönen aus, die sich wiederholen. Wenn sich eine Farbe aus dem Wohnzimmer im Schlafzimmer als Akzent wiederfindet, entsteht Zusammenhang, und die Wohnung liest sich als Einheit statt als Folge einzelner Räume.

Das gilt besonders bei offenen Grundrissen und bei Sichtachsen durch mehrere Räume. Was gleichzeitig zu sehen ist, sollte zusammenpassen. Ein Blick vom Flur durch zwei offene Türen auf zwei verschiedene kräftige Wandfarben wirkt unruhig, auch wenn jeder Raum für sich stimmig ist.

Fazit

Flächen ruhig, Akzente beweglich: Das ist die Kurzfassung. Helle Wände geben Licht zurück, treten optisch zurück und fotografieren sich besser. Farbe kommt über Dinge, die sich austauschen lassen. Und ein Anstrich bleibt eine Auffrischung, kein Mittel, um etwas verschwinden zu lassen, das zur Immobilie gehört.

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