Was Home Staging teuer oder günstig macht
Was ein Staging kostet, lässt sich nicht allgemein sagen, aber die Faktoren, die den Aufwand bestimmen, sind überall dieselbe Handvoll: die Anzahl der bespielten Räume, der Zustand und Vorbereitungsgrad der Immobilie, der Umfang der gemieteten Einrichtung, die Dauer, die alles stehen bleibt, sowie Anfahrt und Zugänglichkeit. Wer diese Stellschrauben kennt, kann den Aufwand steuern, statt eine Summe hinzunehmen. Und die wirksamste Stellschraube ist die eigene Vorarbeit.
Die Zahl der Räume
Der größte Hebel ist, wie viele Räume überhaupt eingerichtet werden. Ein vollständig bespieltes Haus ist ein Vielfaches einer Wohnung, in der nur die entscheidenden Zimmer möbliert werden.
Üblich und meist ausreichend ist ein Schwerpunkt: Wohnbereich, Küche, Hauptschlafzimmer, oft das Bad. Diese Räume tragen die Entscheidung. Nebenräume, Abstellkammern, Keller und häufig auch Kinder- oder Gästezimmer bleiben leer, ohne dass viel verloren geht.
Fragen Sie deshalb bei jedem Raum im Konzept nach, was er beiträgt. Ein Zimmer, das eingerichtet wird, weil es sonst leer aussieht, ist selten sein Geld wert.
Der Zustand und die Vorarbeit
Der zweite große Faktor ist, wie die Immobilie übergeben wird. Eine geräumte, gereinigte Wohnung, in der die Einrichtung nur noch aufgebaut werden muss, ist ein anderer Auftrag als eine, in der zuerst Möbel weggetragen und Kartons sortiert werden.
Das ist der Punkt, an dem Sie am meisten bewegen können, denn Räumen und Reinigen können Sie selbst leisten. Jede Stunde, die ein Dienstleister mit Arbeiten verbringt, die Sie am Wochenende erledigt hätten, ist teuer eingekaufte Zeit.
Dazu gehören auch die Kleinigkeiten vorab: klemmende Türen, lose Griffe, defekte Leuchtmittel. Das sind Arbeiten, die nicht zum Staging gehören, aber erledigt sein müssen, damit das Ergebnis stimmt.
Umfang und Art der Einrichtung
Was aufgestellt wird, bestimmt den Aufwand mit. Große Möbel müssen transportiert, getragen und aufgebaut werden. Textilien, Leuchten und Accessoires sind vergleichsweise leicht, aber ihre Auswahl und Platzierung kostet Arbeitszeit.
- Anzahl und Größe der Möbelstücke
- Dauer der Möbelmiete
- Aufwand für Anlieferung und Aufbau
- Zugänglichkeit: Treppenhaus, Aufzug, Halteplatz
- Anfahrtsweg des Anbieters und des Lagers
- Rückbau und Rückführung
Die Zugänglichkeit wird regelmäßig unterschätzt. Ein Dachgeschoss ohne Aufzug in einem engen Altbautreppenhaus ist ein anderer Aufwand als ein Erdgeschoss mit Halteplatz vor der Tür, obwohl dieselben Möbel aufgestellt werden.
Die Standzeit
Der Faktor, der am ehesten aus dem Ruder läuft, ist die Dauer. Aufbau und Abbau fallen einmal an, die Miete läuft weiter. Ein Verkauf, der sich zieht, verlängert den teuren Teil.
Deshalb ist der Zeitpunkt eine Kostenfrage. Ein Staging, das aufgebaut wird, bevor Unterlagen, Preisvorstellung und Fototermin stehen, steht ungenutzt herum. Wer die Vermarktung erst startet, wenn alles bereit ist, nutzt die Standzeit vollständig.
Klären Sie außerdem, in welchen Schritten verlängert wird und wer die Verlängerung auslöst. Eine Verlängerung, die automatisch anläuft, weil niemand widersprochen hat, ist ein häufiger Grund für unerwartete Positionen.
Was den Preis nicht rechtfertigt
Ein Hinweis zur Einordnung von Angeboten: Ein hoher Preis ist kein Qualitätsbeleg, und ein niedriger kein Schnäppchen. Aussagekräftig ist, ob die Positionen einzeln benannt sind und ob sie zum Objekt passen.
Skeptisch werden sollten Sie bei Angeboten, die mit einer Wirkung argumentieren statt mit einer Leistung. Wer den Aufwand damit begründet, dass sich der Preis der Immobilie dadurch sicher erhöht, verspricht etwas, das niemand garantieren kann. Der Markt entscheidet über den Preis, nicht die Einrichtung. Ein seriöses Angebot beschreibt, was gemacht wird, und nicht, was dabei herauskommt.
Wo Sparen schadet
An zwei Stellen lohnt sich Sparsamkeit nicht. Die erste ist die Reinigung. Eine nicht wirklich saubere Immobilie macht jedes Staging zunichte, weil Sauberkeit die Grundlage des ganzen Eindrucks ist.
Die zweite sind die Fotos. Sie sind das Ergebnis des gesamten Aufwands. Wer ein Staging aufbaut und es dann schlecht fotografiert, hat für die Besichtigungen investiert, die er mangels guter Bilder nicht bekommt.
Und eine dritte Stelle, die keine Kostenfrage sein sollte: die fachliche Beurteilung eines Schadens, den Sie kennen. Bekannte Mängel gehören offengelegt, und die Einschätzung ihrer Ursache ist keine Ausgabe, an der sinnvoll gespart wird.
Fazit
Die Stellschrauben sind Räume, Vorbereitungsgrad, Umfang der Einrichtung, Zugänglichkeit und Standzeit. Am meisten bewegen Sie durch eigene Vorarbeit und durch die Konzentration auf die Räume, die zählen. Und beurteilen Sie Angebote nach den beschriebenen Leistungen, nicht nach der versprochenen Wirkung.