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Immobilienfotos nach dem Staging: Was gute Aufnahmen ausmacht

Die Fotos sind das Ergebnis, für das der ganze Aufwand betrieben wurde, denn fast jede Vermarktung beginnt am Bildschirm. Gute Immobilienfotos haben drei Eigenschaften: Sie zeigen gerade Linien, sie sind hell und gleichmäßig belichtet, und sie geben die Proportionen des Raumes realistisch wieder. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach dem Aufbau. Was nicht dazugehört: extreme Weitwinkel, die Räume dehnen, und Retusche, die Vorhandenes entfernt.

Der Zeitpunkt entscheidet mit

Fotografiert wird, solange das Staging frisch ist. Jeder Tag danach bringt Verschiebungen: Ein Kissen liegt anders, die Post stapelt sich, jemand hat einen Stuhl gerückt. Deshalb schließt die Fotografie idealerweise direkt an den Aufbau an.

Ebenso wichtig ist die Tageszeit. Räume sehen je nach Himmelsrichtung zu unterschiedlichen Stunden unterschiedlich aus. Wer die Wohnung kennt, weiß, wann welches Zimmer sein bestes Licht hat. Bei größeren Objekten heißt das, dass ein Fototermin nicht in einer halben Stunde erledigt ist.

Handwerkliche Grundlagen

Ein paar Dinge trennen brauchbare von unbrauchbaren Aufnahmen, unabhängig von der Ausrüstung.

  • Kamera waagerecht, senkrechte Linien bleiben senkrecht
  • Aufnahmehöhe etwa in Brusthöhe, nicht aus Augenhöhe im Stehen
  • Aus der Raumecke fotografieren, um Tiefe zu zeigen
  • Tageslicht nutzen, künstliches Licht ergänzend einschalten
  • Alle Leuchten im Bild müssen brennen
  • Türen so stellen, dass sie den Blick nicht blockieren

Der häufigste Fehler sind kippende Linien. Wenn die Kamera nach oben oder unten geneigt wird, laufen die Wände zusammen, und der Raum wirkt unruhig. Eine gerade gehaltene Kamera löst das Problem ohne jede Technik.

Der zweithäufigste Fehler ist Gegenlicht. Ein Fenster im Bild führt dazu, dass entweder das Fenster ausbrennt oder der Raum absäuft. Zusätzliches Licht im Raum verringert den Unterschied und macht beides sichtbar.

Weitwinkel: hilfreich und gefährlich

Weitwinkelobjektive gehören zur Immobilienfotografie, weil man in einem normalen Zimmer sonst nicht genug Abstand bekommt. Ein moderater Weitwinkel zeigt einen Raum so, wie ein Mensch ihn erlebt.

Der Punkt, an dem es kippt, ist erreicht, wenn die Proportionen nicht mehr stimmen. Extreme Weitwinkel dehnen Räume, ziehen die Wände auseinander und lassen ein kleines Zimmer wie einen Saal aussehen. Auf dem Bildschirm sieht das beeindruckend aus, bei der Besichtigung folgt die Ernüchterung, und das Vertrauen in alle anderen Angaben ist beschädigt.

Ein Foto soll den Raum zeigen, nicht eine Raumwirkung erzeugen, die die Immobilie nicht hat. Die Probe ist einfach: Wenn jemand vor Ort überrascht ist, wie klein es ist, war das Foto nicht ehrlich.

Bearbeitung: wo die Grenze liegt

Ein gewisses Maß an Bearbeitung ist üblich und unproblematisch. Helligkeit anpassen, Farben korrigieren, stürzende Linien geraderücken, ein Bild zuschneiden: Das ändert nichts an der Immobilie.

Etwas völlig anderes ist es, Dinge zu entfernen. Ein Fleck an der Wand, der wegretuschiert wird, ein Riss, der verschwindet, ein Bauzaun vor dem Fenster, der herausgerechnet wird, eine Antenne, die aus der Fassade entfernt wird: Das sind keine Bildkorrekturen, sondern falsche Angaben über den Gegenstand.

Bekannte Mängel gehören offengelegt, und ein Foto ist Teil der Darstellung. Wenn Sie unsicher sind, was in Ihren Unterlagen stehen muss, ist rechtliche Beratung der richtige Weg. Die Faustregel für die Bearbeitung: Was die Kamera anders sieht als das Auge, darf korrigiert werden. Was das Auge vor Ort sehen würde, muss im Bild bleiben.

Vollständigkeit

Ein aufschlussreiches Signal für Interessenten ist, was nicht fotografiert wurde. Wenn es zu einer Wohnung nur Aufnahmen von zwei Räumen gibt, entsteht die Frage, was mit den anderen ist. Ein vollständiger Satz Fotos, der auch die weniger attraktiven Räume zeigt, wirkt vertrauenswürdiger als eine Auswahl von Höhepunkten.

Das gilt ebenso für Keller, Nebenräume und den Außenbereich. Sie müssen nicht schön sein, sie sollten nur vorhanden sein. Wer alles zeigt, bekommt weniger, aber ernsthaftere Anfragen, und spart sich Besichtigungen, die niemandem etwas bringen.

Sinnvoll ist außerdem eine nachvollziehbare Reihenfolge. Wenn die Bilder so sortiert sind, wie man durch die Immobilie geht, entsteht ein räumliches Verständnis. Eine zufällige Folge von Einzelaufnahmen erzeugt dagegen kein Bild vom Ganzen, selbst wenn jedes Foto für sich gut ist. Ein Grundriss dazu beantwortet mehr Fragen als jede weitere Aufnahme.

Wer fotografiert

Ob sich eine professionelle Fotografie lohnt, hängt vom Objekt ab, nicht vom Prinzip. Wer die Grundlagen beachtet und ein Stativ nutzt, bekommt auch mit einfacher Ausrüstung brauchbare Bilder von einer gut vorbereiteten Wohnung.

Was Fachleute vor allem mitbringen, ist der Umgang mit schwierigen Lichtsituationen: dunkle Räume, starkes Gegenlicht, enge Grundrisse, in denen kein Abstand zu gewinnen ist. Wenn Ihr Objekt solche Stellen hat, ist das Geld dort besser angelegt als in zusätzlicher Dekoration.

Fazit

Gute Fotos entstehen aus geraden Linien, gutem Licht und ehrlichen Proportionen, aufgenommen, solange das Staging frisch ist. Bearbeitung korrigiert die Schwächen der Kamera, sie entfernt nichts aus der Immobilie. Und ein vollständiger Satz Bilder ist mehr wert als eine Handvoll spektakulärer Aufnahmen, die vor Ort niemand wiedererkennt.

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