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Typische Fehler beim Home Staging und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Fehler beim Staging entstehen aus guter Absicht: Es wird zu viel dekoriert, zu klein möbliert, zu spät angefangen oder an der Reinigung gespart. Diese Fehler kosten Wirkung, sind aber korrigierbar. Ein Fehler ist grundsätzlich anderer Art, und mit ihm beginnt die Liste: der Versuch, mit Staging einen Zustand zu verdecken. Das ist kein handwerklicher Mangel, sondern ein Problem, das Sie nach dem Verkauf einholt.

Der Fehler, der alles andere überlagert

Ein Schrank vor der feuchten Wand, ein Bild über dem Riss, ein Teppich über der Schadstelle, Duft gegen einen Geruch aus der Bausubstanz, Farbe über einem Wasserfleck, dessen Ursache nicht geklärt ist. All das passiert selten aus böser Absicht, sondern aus Verlegenheit, und es ist trotzdem der schwerste Fehler.

Zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens fällt es auf: Interessenten kommen mehrfach, bringen Fachleute mit und schauen genau dorthin, wo Probleme sitzen. Wird etwas gefunden, das sichtlich verstellt war, ist jede andere Angabe entwertet. Zweitens ändert es nichts an Ihren Pflichten. Bekannte Mängel gehören offengelegt, unabhängig davon, was davorsteht.

Der richtige Weg ist unspektakulär: Ursache fachlich einschätzen lassen, entscheiden, ob behoben oder benannt wird, und im Zweifel rechtliche Beratung einholen.

Zu viel des Guten

Der häufigste gestalterische Fehler ist Überdekoration. Kissen auf jedem Sitzmöbel, Vasen auf jeder Fläche, Kerzen, Körbe, aufgeschlagene Bücher, ein gedeckter Tisch für zwei. Das Ergebnis wirkt wie eine Kulisse und lenkt genau von dem ab, was gezeigt werden soll: dem Raum.

Die Faustregel: Wenn Sie es für das Foto extra aufbauen mussten, gehört es vermutlich nicht dorthin. Dekoration soll den Raum bewohnbar wirken lassen, nicht selbst zum Motiv werden.

Der verwandte Fehler ist ein zu spezifischer Stil. Eine sehr ausgeprägte Einrichtung gefällt einigen sehr und anderen gar nicht. Staging arbeitet für eine breite Gruppe, deshalb ist Zurückhaltung hier kein Mangel an Mut, sondern die Aufgabe.

Falsche Maße

Der zweitwichtigste Fehler betrifft die Größe der Möbel. Aus der Idee, ein kleines Zimmer mit kleinen Möbeln größer wirken zu lassen, wird nichts: Der Raum wirkt nicht größer, die Möbel wirken verloren, und der Maßstab stimmt nicht mehr.

Schlimmer ist der umgekehrte Fall. Ein Raum, der auf dem Foto ein Doppelbett zeigt, in das real keines passt, produziert bei der Besichtigung Enttäuschung. Dasselbe gilt für digital eingesetzte Möbel und für extreme Weitwinkel, die Räume dehnen.

Ehrlich möbliert heißt: Was gezeigt wird, könnte dort auch stehen. Das ist weniger schmeichelhaft und hält der Besichtigung stand.

Fehler in der Vorbereitung

Eine Reihe von Fehlern passiert, bevor das erste Möbelstück kommt.

  • An der Reinigung sparen, obwohl sie die Grundlage ist
  • Aussortiertes in Keller oder Garage schaffen, die besichtigt werden
  • Zu spät anfangen und am Aufbautag noch räumen
  • Defekte Kleinigkeiten stehen lassen: klemmende Türen, lose Griffe
  • Den Außenbereich vergessen
  • Gerüche mit Duft statt mit Lüften und Reinigen angehen

Die Reinigung ist der teuerste dieser Fehler, weil sie alles andere entwertet. Ein perfekt eingerichteter Raum mit Kalk im Bad und Fettfilm in der Küche wirkt nicht gepflegt, sondern hergerichtet. Der Unterschied fällt jedem auf.

Fehler im Ablauf

Ein klassischer Ablauffehler ist die Reihenfolge. Wer stagt, bevor eine anstehende Reparatur erledigt ist, baut zweimal auf. Wer die Möbel aufstellt, bevor Unterlagen und Preis stehen, bezahlt Standzeit ohne Vermarktung.

Der zweite ist die ungeklärte Fotografie. Wenn am Aufbautag niemand mit einer Kamera bereitsteht, ist der frischeste Zustand vorbei, bevor er festgehalten wurde. Das ist der Moment, für den der ganze Aufwand betrieben wurde.

Der dritte ist die ungeregelte Verlängerung der Möbelmiete. Wenn niemand weiß, wer sie auslöst und bis wann, läuft sie oder endet zu früh, und beides ist ärgerlich.

Der Fehler nach dem Aufbau

Bei bewohnten Objekten kommt der Fehler oft danach: Die Disziplin lässt nach. Nach zwei Wochen liegt die Post wieder auf der Kommode, der Wäscheständer steht im Wohnzimmer, und das Staging ist Geschichte.

Das ist verständlich, aber es macht den Aufwand zunichte. Hilfreich sind einfache Routinen, die alle im Haushalt kennen, und die Einsicht, dass es eine befristete Phase ist. Eine Wohnung, die vor einem Termin in einer halben Stunde vorzeigbar ist, reicht völlig.

Fazit

Die Fehlerliste ist kurz: zu viel Deko, falsche Maße, zu spät begonnen, an der Reinigung gespart, Ablauf nicht geplant, Disziplin verloren. Alles davon lässt sich vermeiden. Und der eine Fehler, der keine Frage der Ausführung ist: etwas verdecken zu wollen. Staging inszeniert den vorhandenen Zustand. Was ein Mangel ist, gehört benannt.

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